Generationswechsel im GHV

Der alte und neue Vorstand auf einem Bild – Ursula Kaiser-Biburger

Im Geschichts- und Heimatverein Schwabach und Umgebung (GHV) ist ein Generationswechsel vollzogen worden. Nachdem Hans P.Grießhammer, Erik M. Schmauser und Hans-Dieter Pietsch nicht nur zusammen mit Axel Rötschke als Quartett den Verein geführt hatten , sondern auch jahrelang  an führender Stelle in der Verantwortung standen, legten sie ihre Ämter aus Altersgründen nieder. Deshalb wurden in der außerordentlichen Mitgliederversammlung die Weichen für die Zukunft des Vereins neugestellt.

Erik M Schmauser hielt noch einmal einen Rückblick auf die wichtigen Aktivitäten, die der scheidende Vorstand in jüngster Zeit realisiert hatte. Neben Fahrten in die Region, der Finanzierung des Flyers und des Bildbandes für die Stadtkirche konnte noch die Landsknechtsfigur auf Initiative des verstorbenen Vereinsmitgliedes Heinrich K. Mangold und in Kooperation mit dem städt. Bauamt ihren Platz an der gleichnamigen Brücke wieder einnehmen. Bei der anstehenden Neuwahl waren die Mitglieder einverstanden, dass zukünftig wieder zur traditionellen Vereinsstruktur zurückzukehrt werde. Ebenso wurden mit einhundert Prozent der abgegebenen Stimmen Ursula Kaiser-Biburger zur Vorsitzenden und Axel Rötschke zum Stellvertreter in der geheimen Wahl gewählt. Diese außerordentliche Zustimmung erhielten auch der Schatzmeister Michael Preißinger und Wolfgang Sosic als Schriftführer. Fortan wird die Vorstandschaft unterstützt mit den Beiräten Kaspar Apfelböck, Jörg-Peter Appeltauer, Gerda Braun, Wolfgang Dippert, Prof. Dr. Georg Seiderer, Dietmar Korunik, Dr. Roland Oeser, Edith Warnick und Dr. Sabine Weigand. Mit herzlichen Worten bedankte sich die neue Vorsitzende bei ihren drei Vorgängern. Aufgrund deren langjährigen Verdienste kürte sie symbolisch Erik Schmauser und Hans-Dieter Pietsch zu „Doppel- Ehrenmitgliedern“, während Hans Grießhammer bereits zum „Doppel-Ehrenvorsitzenden“ ernannt worden war. Damit leitete Ursula Kaiser-Biburger über auf den profunden und lebendigen Vortrag von Prof. Dr. Max Liedtke, der in der vollbesetzten Synagoge die Schwierigkeiten und gesellschaftlichen Diskreditierungen der „Fräulein Lehrerin“ im Allgemeinen verdeutlichte sowie im Besonderen seinen Fokus auf die ehemalige Rektorin der Luitpoldschule, dem „Fräulein Helene Käferlein“ lenkte. Thematisiert wurde dabei die dialektische Frage, ob diese Frau in Schwabach schon vergessen sei oder ob es nicht wert wäre, ihr ein Denkmal zu setzen. Nach seinem Plädoyer hätten die Persönlichkeit und das Wirken von Helene Käferlein ein Vergessen nicht verdient. Denn sie sei zwar unkonventionell gewesen, aber sie sei in ihrer Haltung die einzige Lehrerin gewesen, die fern der NSDAP gestanden habe. Nicht zufällig habe Helene Käferlein unter den insgesamt 902 Spruchkammervorsitzenden zu den elf Frauen als einzige Lehrerin gehört, die im Entnazifizierungsverfahren der Nachkriegszeit in Schwabach und Nürnberg einen Vorsitz innehatte.

Prof. Dr. Mac Liedtke und Erik M. Schmauser

Text und Bild: Ursula Kaiser-Biburger

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